A new home

Art catcher Katja Rosenberg hat sich ein wunderbares Thema für ihre nächste Ausstellung ausgedacht: „A new home“. Als sie mir im Oktober davon erzählte, fingen sofort die Rädchen in meinem Gehirn an, sich zu drehen. Ich wollte nur mit den Buchstaben dieses Mottos arbeiten, so viel war klar. Ein putziger kleiner Geselle sollte nach seiner Flucht ein neues Zuhause finden. Nett. Ist die kleine Schwester von Siewissenschonwas. Viele Umdrehungen später konnte ich Katja in Löhne ein Buch überreichen, das zum Glück von nett weit entfernt ist.

Die Story

Die drei Tiere haben ein Zuhause, eine Nische.
Krieg, Umweltzerstörung, eine Naturkatastrophe brechen herein. Kopflose Flucht; Verzweiflung macht sich breit.
Sie finden ein neues Zuhause bei einem mächtigen Tier. Zuhause ist nicht irgendwo, jemand muss einem ein Zuhause geben, wenn man nicht weiß, wohin.

Das neue Zuhause wirkt im Vergleich zum alten zunächst trist, aber es bietet Schutz. Die drei Flüchtlinge färben ihren Gastgeber ein wenig ein.
Aus „me“ ein „we“ zu machen ist nicht nur ein schönes Spiel. Wohin Flüchtlinge auch kommen, dort wird schon jemand leben. Wir können nur gemeinsam leben.

Die Herstellung

Warum ich mich auf Frottagen mit Wachskreide kapriziert habe, weiß ich nicht. Ich wollte die Zeichnungen möglichst fantastisch aussehen lassen. Der putzige kleine Geselle wich drei etwas schrägen Typen.

Vorlagen1

Von Anfang an wollte ich Leporellos in das Buch einarbeiten, die beim Aufklappen einen Aha!-Effekt hinterlassen. Ich verlegte mich auf ein Wechselspiel zwischen kurzen Ausrufen und Bildern.

NewHomeIII

Einen ganz wichtigen Impuls gab meine zauberhafte Buchbinder-Kollegin Sabina Kerkhoff, die handgemachte historische Buntpapiere, geprägt und gefärbt, ins Rennen warf. Die Idee für das Umschlagpapier war gleichzeitig die Idee für das Ende der Geschichte. Außerdem ergab sich mit diesem Schlussbild ein Farbkonzept, von einer quietschbunten wandelte sich die Welt der drei Schrägen in eine echsenhaft tarnfarbige, die sie mit ihrer eigenen Farbe bereichern.

Einbandklein

So kann man das letzte Bild ausklappen. Vieles ist eine Metapher, auch die Tatsache, dass der Einband die ganze Zeit über alles zusammenhält; das große Tier ist immer da, die Flüchtlinge müssen es finden und erreichen.

Den Gang durch das ganze Buch gibt es unter „Bücher“. Zwei Exemplare gibt es, die natürlich nicht ganz gleich sind. Eines ist gerade in England bei Katja, wo es ab 4. Februar im Mile End Art Pavillion in London zu sehen ist. Ich hoffe, möglichst viele große und kleine Leute haben Freude beim Blättern und Nachdenken.

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